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Vortrag Dominik Fanatico: "Deutsch-französische Kultur- und Bildungszusammenarbeit"

19 sept. 2026

Den freundschaftlichen Beziehungen unseres Mitglieds Martin Boekstiegel, Leiter der Volkshochschule Bayreuth, zu Dr. Dominik Fanatico ist es zu verdanken, dass dieser – ein hochrangiger Beamter Nordrhein-Westfalens – den Weg nach Oberfranken auf sich genommen hat, um am 19. September 2026 von seinen Erfahrungen im Bereich deutsch-französischer Kulturkooperation zu berichten. Dr. Fanatico war mehrere Jahre lang Büroleiter des „Bevollmächtigten der Bundesrepublik Deutschland für kulturelle Angelegenheiten im Rahmen des Vertrages über die deutsch-französische Zusammenarbeit“, und zwar in der Zeit, als dieses Amt in Händen des Ministerpräsidenten von NRW Armin Laschet lag.

In seinem Vortrag rief der ENA-Absolvent Fanatico zunächst die Grundlagen der kulturellen Zusammenarbeit in Erinnerung: den Elysée-Vertrag von 1963 und seine Erneuerung und Ergänzung im Vertrag von Aachen aus dem Jahr 2019, dessen für uns wichtigster Punkt die Einrichtung des deutsch-französischen Bürgerfonds sein dürfte, von dem die DFG Bayreuth bereits wiederholt profitierte. Weniger positive Folgen als erhofft bringe dagegen Artikel 10, in dem sich beide Länder unter anderem zu „Strategien zur Erhöhung der Zahl der Schülerinnen, Schüler und Studierenden, die die Partnersprache erlernen“ verpflichten. Darüber war man sich in der Diskussion zwischen Referent und Zuhörerschaft einig.

Dass trotz vertraglicher Fixierung eine Kooperation zwischen Frankreich und Deutschland in der Praxis schwierig ist, erklärte Dominik Fanatico unter anderem mit den großen strukturellen und kulturellen Unterschieden. So seien für Bildung und Kultur in Frankreich ein Minister, in der Bundesrepublik aufgrund ihres föderalen Charakters dagegen 15 Länderministerien zuständig.

Dennoch gelinge diese Zusammenarbeit bisweilen erstaunlich gut. Das beste Beispiel sei die Hilfe, die seitens der deutschen Partner an Frankreich ging, als es galt, die in Brand geratene Pariser Kathedrale Notre-Dame wiederherzustellen. Vier Obergadenfenster wurden in der Kölner Dombauhütte nach französischen Vorgaben und deutschem Sachverstand mustergültig instandgesetzt.

Das Beispiel Notre-Dame zeige, so Fanatico, was wichtig sei für gelingende Kooperation: ein klares Mandat, Verständnis für die jeweils andere Verwaltungslogik, frühzeitige Einbindung von Experten sowie persönliche Beziehungen, die Vertrauen schaffen.

Steffen Arzberger

 

 

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